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Wunstorf
Die Tschernobylkinder sagen: DANKE SCHÖN !
Die ersten Kinder 1992 schauen noch etwas skeptisch...
Die ersten Kinder 1992 schauen noch etwas skeptisch...
Alle Beiträge des Autors auf myheimat.de | Am vergangenen Mittwoch sind sie nach 4 Wochen Erholungszeit wieder nach Haus geflogen. Es war bereits die 19. Ferienaktion, die in Wunstorf stattfand.
Die ersten Kontakte wurden 1991 aufgenommen, nachdem Gisela Uhl sich bereits Gedanken um persönliche und nicht pekuniäre Hilfe für hungernde Menschen in der Sowjetunion gemacht hatte. 1991 wurde von der ev.-luth. Landeskirche Hannover um Engagement für die von der Tschernobyl-Katastrophe betroffenen weißrussischen Kinder nachgefragt. Nach Kontaktgesprächen mit dem damaligen Superintendenten Steffen und der Pfarrkonferenz hatte Frau Uhl den Auftrag bekommen, mit ihrem Team (Ehepaar Müller, Pastor Uhl) die erste Kinder-Ferienaktion 1992 in Angriff zu nehmen und zu planen.
Das Wichtigste für den Erholungsaufenthalt der Kinder war die Suche nach Gasteltern. Nach einem Aufruf meldeten sich mehr als 100 Familien. Die Auswahl der Familien war nicht leicht, sie erfolgte nach regionalen Schwerpunkten auf dem Gebiet des damaligen Kirchenkreises Wunstorf.
Im Mai 1992 war es dann soweit: 30 Kinder und 10 Mütter mit ihren Kleinkindern aus dem Gebiet Gomel im süd-östlichen Belarus (Weißrussland) trafen in Wunstorf ein und wurden von den Gasteltern für einen 4-wöchigen Aufenthalt in Empfang genommen.
Die Augen der Kinder drücken es aus: Erwartung, Skepsis und auch Vorfreude - und das auf beiden Seiten. Darum das Fazit des ersten Jahres: Last, ja - aber eine liebe Last! Darum im nächsten Jahr eine neue Aktion!
Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein intensiver Kontakt mit dem Kreis Kalinkovici (Gomel-Gebiet), aus dem nun regelmäßig die Kinder zu uns kommen. 350 Kinder und 60 Mütter mit Kleinkindern haben sich bisher in Wunstorf erholt, dank dem Engagement von ca. 150 Gastgebern und deren Familien.
Im kommenden Jahr wird die Aktion zum 20. Mal starten. Stellvertretend für die Gastgeber muss man eine deutlich hervorheben: Von Anfang an dabei ist die 81-jährige Anna Nowotny-Wilke aus Dedensen, die in diesem Jahre 2 Mädchen Katja (9) und Tanja (8) aufgenommen hat. Sie hat mit Freude bekundet, dass sie auch bei der 20. Aktion dabei sein möchte, weil die Kinder die Erholungszeit zur Gesunderhaltung benötigen.
Viele andere Gastgeber sind schon viele Jahre bei der Stange und freuen sich auf jeden neu hinzukommenden Gastgeber, wobei nicht nur Paare, sondern auch Alleinstehende gefragt sind.
Bei einigen Familien haben sich intensive Brief- und Besuchskontakte ergeben. Sie begleiten so“ ihre“ Kinder schon über viele Jahre und nehmen aus der Entfernung teil an Ausbildung, Hochzeit, Nachwuchs, so dass mittlerweile die „Kinder“ mit ihren Kindern zur Erholung hierher eingeladen werden. Auf massive Einladungen der Eltern der Kinder hat es auch mehrere Gastgeberreisen in das Gebiet um Kalinkovici gegeben. Im Laufe der Jahre haben Konvoifahrten und regelmäßige Weihnachtspaket-Aktionen stattgefunden.

Jedes Jahr sind die Kinder begeistert von den vielen gemeinsamen Aktivitäten. In diesem Jahr stand natürlich das Freibad Bokeloh ganz hoch im Kurs. Immerhin konnten 12 Kinder die Bedingungen für das Seepferdchen-Abzeichen erfüllen. Besonders viel Spass hatten die Kinder beim Verkleiden für die Aktion „Stadt auf Zack“. Ein Besuch im Zoo Hannover, ein Nachmittag im Jugendzentrum Bauhof Wunstorf, eine Grillfete auf dem Hagenburger Grillplatz, ein Nähnachmittag bei Henrike`s Nähparadies und natürlich, wie jedes Jahr, ein Abschlusstag mit Tanzen, Singen, Basteln und Essen bei der ev. Kirchengemeinde Kolenfeld vervollständigten das Programm.
Das fröhliche Spielen, die Bewegung an der relativ unbelasteten frischen Luft, die vitaminreiche vergleichsweise unverstrahlte Nahrung sowie die liebevolle Zuwendung durch die Gastgeber und Betreuer tragen dazu bei, dass die Kinder aus einem von der Tschernobyl-Katastrophe verstrahltem Gebiet gesundheitlich gefestigt und gestärkt nach Hause fahren können und sich immer wieder gern an die schöne Zeit in Wunstorf erinnern können. Als ein symbolisches Zeichen der Verbundenheit überrreichte der Dolmetscher Leonid Birilow in der Schlussrunde unmittelbar vor der Abfahrt ein in der Nähaktion entstandenes Herz: Die Fahnen beider Länder, verbunden durch das Kreuz der Kirche.

Möchten sie vielleicht die 20. Jubiläumsaktion im kommenden Jahr als Gastgeber oder Spender unterstützen? Wenden Sie sich gern Gisela Uhl (Tel. 05033-971832) oder den Autor dieses Berichtes.

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Kommentare von myheimat.de

08.08.2010
Ein wirklich toller Beitrag, meine Großeltern aus Immensen hatten auch Jahrelang Kinder aus Tschernobyl zu Gast und man sah den Kindern es an, dass es ihnen gefällt.
05.09.2010
Hallo Lothar,
man kann nur immer wieder sagen "Hut ab" für die Familien, die bereit sind, ihre freie Zeit für solch eine tolle Sache zu "opfern". Der Dank und die glücklichen Gesichter der Kinder sind sicher eine große Motivation, für das nächste Jahr wieder diesen Kindern ein paar schöne Wochen hier in gesunder Umgebung zu schenken.
Ich hoffe, im nächsten Jahr findet Ihr noch mehr deutsche Familien für diese Aktion!!!

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